Manfred Kurz für 60 Jahre Mitgliedschaft in der FDP geehrt

Freie Demokraten würdigen das politische und gesellschaftliche Engagement des ehem. Böblinger Stadt- und Kreisrates

Zu einem besonderen Anlass hatten die Liberalen in das Paladion nach Böblingen eingeladen. Der FDP-Kreisvorsitzende Hans Dieter Scheerer begrüßte die über 50 Gäste. Für den Jubilar Manfred Kurz jährt sich der Eintritt in die FDP zum 60. Mal. Dafür erhielt er von Scheerer die Theodor-Heuss-Medaille in Gold sowie die Urkunde mit den Glückwünschen von Christian Lindner MdL (Bundesvorsitzender) und Michael Theurer MdEP (Landesvorsitzender).

v.vl: Hans-Dieter Scheerer, heidi Calaminus, Florian Toncar, Manfred Kurz

v.l.: Heidi Calaminus, Florian Toncar, Manfred Kurz

Der FDP-Bundestagskandidat Dr. Florian Toncar hielt die Festrede mit dem Thema: „Endlich wieder Wirtschaftspolitik – was wir heute anpacken müssen, damit es uns morgen gut geht.“ Er betonte zunächst den gemeinsamen Weg mit Kurz, der im juristischen Referendariat einer seiner Ausbilder war. Zudem waren sie auch schon gemeinsam für die FDP im Böblinger Kreistag. Das Thema seiner Rede passe gut zu Kurz, da es ihm laut Toncar stets wichtig war, dass Politik zukunftsgerichtet sei. „Aktuell erntet Deutschland in der Wirtschaftspolitik leider mehr, als es sät“, beklagt Toncar. So wurde der Infrastrukturausbau ebenso verschlafen wie die Digitalisierung. Die große Koalition habe hier Versprechungen gemacht, jedoch diese nicht umgesetzt. Stattdessen neue bürokratische Gesetze und Verordnungen verabschiedet, die für alle Betriebe zusätzliche Belastungen bedeuten, erklärt der FDP-Bundestagskandidat. Konkret erläuterte er Probleme von Gründern, die durch Bürokratie und einen fehlenden Markt für Wagniskapital in Deutschland keine optimalen Rahmenbedingungen finden würden. Ebenso zeigte Toncar Möglichkeiten auf, wie Verkehrsprojekte durch Änderungen im Planungsrecht beschleunigt werden könnten. Das Geld für den Bau von standortsichernder Infrastruktur möchte er durch den Verkauf der Staatsanteile bei der Post und Telekom erhalten.

 

Die Laudatio hielt der Sindelfinger Stadt- und Kreisrat Andreas Knapp. Er betont das umfangreiche Engagement von Kurz. So ist er von 1969 bis 1984 und erneut von 1989 bis 1994 Böblinger Stadtrat gewesen. Zudem wurde er 1973 sowie 2009 in den Kreistag gewählt. Knapp führte an, dass Kurz nicht nur Richter am Sozialgericht sondern anschließend auch Leiter der Personalrechtsabteilung von IBM gewesen ist. Durch diese Erfahrungen kenne er zahlreiche Beispiele für überflüssige Bürokratie, die Verfahren und Prozesse verkomplizieren, jedoch niemandem einen wirtschaftlichen Vorteil bringen. Als Geschenk überreichte Knapp das Buch „70 Jahre Spiegelartikel“ und die Böblinger Stadtverbandsvorsitzende Heidi Calaminus eine Chronik über das Jahr 1957 – das Jahr indem Kurz in die FDP eingetreten ist.

 

Nach der Laudatio wurde ein Zitat von Kurz verlesen, das 1959 in der damaligen Schülerzeitschrift „Das Sprachrohr“ des Goldberg-Gymnasiums Sindelfingen gedruckt wurde: “Zur Zeit bin ich wieder ein sich Bemühender, ein Studiosus im wahrsten Sinn des Wortes, und zwar versuche ich nun im 2. Semester, in die Geheimnisse der Rechtswissenschaft etwas tiefer einzudringen. Bis auf das ewige Lernen, das ich noch etwas von der Schule her satt habe, geht es mir, wenn auch nicht immer, bei bester Kost gut. Ab dem nächsten Semester hoffe ich in Berlin zu sein. Goldberg-erinnerungen werden in mir beim Lesen des Sprachrohrs und wenn ich alte Bekannte treffe wachgerufen. Hoffentlich kommt einmal ein Schulfest.“

 

Kurz selbst bedankte sich für die ehrenden Worte und erklärte, warum er damals mit 17 Jahren in die FDP eingetreten ist. Einer seiner engsten Freunde war der Enkel des damaligen Landrats Dr. Klaus-Georg Hengstberger, in dessen Hause ein liberaler Geist herrschte. Auch sein Lateinlehrer habe ihn freiheitlich geprägt. Für Kurz sei die FDP die einzige Partei die Respekt vor den Menschen habe, sie ermutigt an sich selbst zu glauben und nicht bevormunden möchte. „Der Staat sollte den Menschen weniger vorschreiben und weniger Regulierungen erlassen. Hier tut die Regierung heute definitiv zu viel des Guten.“

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