Liberale beschäftigen sich mit der „Besten Bildung der Welt“

v.l.: Judith Skudelny, Heidi Calaminus, Marion Oker

v.l.: Judith Skudelny, Heidi Calaminus, Marion Oker

In einer gut besuchten Veranstaltung des Ortsverbands der FDP Böblingen im Paladion am 26. März referierten die Geschäftsführerin der IHK Böblingen, Frau Marion Oker und die Generalsekretärin der FDP Badens-Württemberg, Frau Judith Skudelny zum Thema “ Beste Ausbildung der Welt“.

 

Duale Ausbildung ist ein Schwerpunktthema der IHK, so Frau Oker. In Ihrem Vortrag stellte sie diesen Ausbildungspfad als eine wichtige Basis für die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland heraus im Vergleich zu den Ländern in Europa, die diesen Ausbildungspfad nicht kennen. Mehr und mehr Länder in Europa würden deshalb das Modell der Dualen Ausbildung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz übernehmen. In Deutschland liegt die Jugendarbeitslosigkeit derzeit bei 7,7%, im Landkreis Böblingen bei 2%. Jugendliche können sich hier im Prinzip also ihre Lehrstelle aussuchen, während die 1300 Ausbildungsbetriebe im Kreis im Kampf um die Besten stehen. Bestimmte Branchen hätten es dabei besonders schwer, weil ihre Arbeitszeiten mit dem Freizeitbedürfnis der Jugendlichen kollidieren.

 

Frau Oker sieht die Duale Ausbildung als ein wichtiges Element unseres Wohlstands, der Vollbeschäftigung und der sozialen Integration. Der starke Trend in der Gesellschaft hin zum Abitur gefährde unseren Wohlstand in Deutschland. Zur Reduzierung des Fachkräftemangels hat die IHK verschiedene Projekte zur Ausbildungsberatung gestartet. Man geht mit sogenannten Ausbildungsbotschaftern an die Schulen, die den Schülern dort ihre persönlichen Erfahrungen in der Ausbildung vermitteln. Zudem initiiert die IHK Bildungspartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen, um den Schülern Gelegenheit zu geben, den Beruf in einem Praktikum kennenzulernen. Seit Neuestem will man auch Studienabbrecher für die Duale Ausbildung gewinnen. Auf die Frage, wie die Gymnasien mit dem Angebot der IHK umgehen die Duale Ausbildung schon bei deren diversen Aktionen zu Berufsberatung vorstellen zu dürfen, meinte Frau Oker, diese seien sehr zurückhaltend.

Frau Skudelny ging in ihrem Vortrag auf die politischen Themen der Schulbildung ein, also auf den Weg hin zur Berufsausbildung. Sie unterstützt die Forderungen von Frau Oker hinsichtlich der Dualen Ausbildung, weil sie vielfältige Erwerbsmöglichkeiten und Arbeitsplatzsicherheit bietet. Wichtig sei die gesellschaftliche Akzeptanz der Gleichwertigkeit der Ausbildungswege, so dass jeder einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Beruf erlernen kann. Das Ansehen der Dualen Ausbildung in unserer Gesellschaft entspricht nicht dem was die Jugendlichen brauchen und auch nicht dem was die Wirtschaft braucht, so Skudelny. Die Ausbildung in Berufe, die haptische und praktische Fähigkeiten erfordern müsse gesellschaftlich aufgewertet werden. Nicht nur der akademische Pfad sei wichtig, zumal ein gut ausgebildeter Handwerker nicht automatisch weniger verdient als ein durchschnittlicher oder gar ein schlechter qualifizierter Akademiker.

 

Für die FDP steht im Zentrum der Schulpolitik ,dass alle Schüler sollen ihren Begabungen und Fähigkeiten entsprechend in der dafür passenden Schulform gefördert werden. Die Freien Demokraten setzen deshalb auf eine vielfältige Bildungslandschaft, um Kindern die Chance zu bieten, den für sie idealen Weg wählen zu können. Konsequenterweise sollen die Schulträger für jedes Kind dieselbe finanzielle Ausstattung für den Schulplatz bekommen. Die unterschiedlichen Schulformen sollen sich so nach Bedarf entwickeln können. Dies wird aus Sicht der FDP möglich durch eine regionale Schulentwicklungsplanung, die vor Ort von den Schulträgern, Lehrern und Eltern sowie der Wirtschaft erstellt wird und dadurch die lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse berücksichtigt. Landespolitisch steht die FDP für ihre Initiative zum Schulfrieden. Demnach soll es in Baden-Württemberg keine weiteren Umwälzungen an den Schulen geben. Stattdessen soll man die Qualität der Bildung in den Fokus nehmen und aufhören über die unterschiedlichen Systeme zu diskutieren.

 

In der abschließenden Diskussion mit den beiden Rednerinnen wurde das Thema Qualität in der Schulausbildung ebenso thematisiert wie die Notwendigkeit die richtige Balance zwischen Dualem System und akademischer Ausbildung zu finden. Erst beides zusammen führt zur besten Ausbildung der Welt.

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